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zur Behandlung der Varroose der Honigbiene (Apis mellifera), Tierarzneimittel auf der Basis von Ameisensäure, für Stossbehandlungen oder in Kombination mit Dispenser
1 Liter
Art-Nr.
Bezeichnung
Artikeltyp
Klare, farblose Flüssigkeit, Tierarzneimittel, Behandlungsmittel gegen Varroose
Ameisensäure
Zieltierart
Honigbienen (Apis mellifera)
Anwendungsgebiet
Dosierung
Wartezeit für Honig
0 Tage
1 Flasche
Packungsgewicht ca.
1,3 kg
Alle Bienenvölker eines Bienenstandes sind gleichzeitig zu behandeln, damit eine Reinfektion durch unbehandelte Völker vermieden werden kann. Das Tierarzneimittel sollte als Bestandteil eines integrierten Varroa-Bekämpfungsprogrammes mit regelmäßiger Überwachung des Milbenfalls eingesetzt werden. Die Anwendung von unterschiedlichen Substanzen im Laufe des Jahres wird empfohlen, um das Risiko der Resistenzbildung zu vermeiden.
Während der Behandlung für ausreichende Belüftung sorgen. Die Flugöffnung auf mindestens 15 cm2 öffnen. Alle Hindernisse vor und hinter der Flugöffnung entfernen, um die Belüftung nicht einzuschränken. Hohe Säurekonzentrationen können zur Bartbildung vor dem Flugloch führen. In diesem Fall die Verdunstungsleistung des Verdunsters reduzieren und eine 2 cm hohe Öffnung über die ganze Breite des Bienenstocks schaffen, um die Säurekonzentration im Stock zu verringern. Das Tierarzneimittel sollte nicht außerhalb des Temperaturbereichs von 12 bis 30 °C angewendet werden.
Dieses Tierarzneimittel reizt Haut, Augen, Schleimhäute und Atemwege. Der Kontakt mit Haut, Augen und Schleimhäuten sowie das Einatmen von Dämpfen sind daher zu vermeiden. Bei der Handhabung des Tierarzneimittels sollte der Anwender eine Schutzausrüstung bestehend aus der üblichen Imkerschutzkleidung sowie Schutzbrille, chemikalienresistenten Schutzhandschuhen und einer Atemmaske (FFP2) tragen. Nach versehentlichem Kontakt Hautbereich unverzüglich mit Seife und viel Wasser abwaschen und gut nachspülen. Nach versehentlichem Kontakt Augen unverzüglich mit viel klarem, fließendem Wasser 10 Minuten lang ausspülen. Sollte eine Haut- oder Augenreizung anhalten, ist ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. Im Falle einer versehentlichen Inhalation ist bei anhaltender Reizung der Atemwege ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. Unmittelbar nach der Anwendung stets die Hände mit Seife und Wasser waschen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Ameisensäure sollten das Tierarzneimittel besonders vorsichtig anwenden.
Nicht zutreffend.
Es ist der korrosive Effekt von Ameisensäure auf korrosionsempfindliche Bauteile und Imkereigeräte zu beachten.
Wechselwirkungen mit anderen Tierarzneimitteln sind nicht bekannt. Nicht gleichzeitig mit anderen Akariziden gegen Varroose einsetzen.
Das Tierarzneimittel hat eine geringe therapeutische Breite. Eine höhere Dosis oder eine übermäßige Verdunstungsrate können durch Unruhe im Volk, Ausbildung eines Bienenbarts oder Abschwärmen gekennzeichnet sein und führen in der Regel zu Brutverlust, Bienensterblichkeit sowie Königinverlust. Werden Symptome einer Überdosierung festgestellt, sollte die Ameisensäurekonzentration im Bienenstock durch Belüftung und/oder Verringerung der Verdunstungsrate umgehend reduziert werden.
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Keine.
Gelegentlich (1 bis 10 Völker / 1000 behandelte Völker): - Anstieg des Bienen-Totenfalls 1 - Reduzierung der Volkstärke 1 - Brutverluste 2 Selten (1 bis 10 Völker / 10.000 behandelte Völker): Bienenköniginverlust 1 moderat und vorrübergehend in den ersten Tagen der Behandlung 2 i.d.R. ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Volksstärke und das Leistungsvermögen der Kolonie Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die Kontaktdaten sind im letzten Abschnitt der Packungsbeilage angegeben. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
Zur Anwendung im Bienenstock Langzeitbehandlung für Beuten mit einem Volumen von ca. 40 L Während der Langzeitbehandlung soll das Tierarzneimittel möglichst gleichmäßig über den Behandlungszeitraum verdunsten, um eine kontinuierliche, varroazide Ameisensäure-Konzentration in der Beute zu erreichen. Dazu wird das Tierarzneimittel mit Hilfe geeigneter Applikatoren (z.B. Nassenheider Classic, Nassenheider Professional, Nassenheider Horizontal, Liebig Verdunster) in die Bienenvölker eingebracht. Diese Applikatoren ermöglichen eine kontinuierliche Verdunstung niedriger Dosen pro Zeiteinheit über einen längeren Zeitraum. Die empfohlene Dosierung beträgt 12 – 20 ml des Tierarzneimittels pro Zarge und Tag über einen Zeitraum von 10 Tagen. Die Minimaldosis von 12 ml pro Tag sollte nicht unterschritten werden. Kurzfristige Überschreitungen der empfohlenen Dosierung für einige Tage um bis zu 100 % können toleriert werden. Eine maximale Gesamtmenge von 200 ml des Tierarzneimittels (entsprechend 120 g Ameisensäure) für einen Behandlungszyklus von Beuten mit einem Zargen-Volumen von 40 L sollte nicht überschritten werden. Da die individuellen Verdunstungsraten stark abhängig sind vom Temperaturverlauf, von der Konfiguration der Beute sowie von der Aktivität des Volkes, ist die tatsächliche Verdunstungsrate sorgfältig zu überwachen. Aus diesem Grund ist 2 Tage nach Behandlungsbeginn die bereits verdunstete Menge Ameisensäure zu kontrollieren und ggf. die Verdunstungsfläche des Applikators anzupassen (durch Änderung der Dochtgröße oder der Fläche des Dochtpapiers). Je nach Größe des Vorratsbehälters des Applikators und der individuellen Verdunstungsrate muss ggf. Tierarzneimittel nachgefüllt werden. In der Regel verdunstet die Gesamtdosis von 80 - 120 g Ameisensäure in Beuten mit einem Volumen von ca. 40 L innerhalb von etwa 10 Tagen. Die Behandlungsdauer kann aber auch verkürzt sein bzw. die angegebene Zeit überschreiten. Deshalb sollte die tatsächliche Verdunstungsrate überprüft und ggf. über die Dochtgröße angepasst werden, um die minimal tägliche Dosis von 8 - 12 g Ameisensäure/Tag/Zarge, entsprechend 12 - 20 ml des Tierarzneimittels, nicht zu unterschreiten. Der Applikator sollte erst im entleerten Zustand entnommen werden. Die empfohlene Dosierung geht von einem Zargen-Volumen von ca. 40 L aus. Generell sollte das Tierarzneimittel erst bei Tagestemperaturen von über 12 °C angewendet werden, um eine ausreichende Wirksamkeit sicherzustellen. Aus Sicherheitsgründen sollen die maximalen Tagestemperaturen 30 °C nicht übersteigen. Mit der Behandlung sollte nicht begonnen werden, wenn schwere Niederschläge oder Gewitter zu erwarten sind. Eine Überprüfung des Befallgrades auch nach der Behandlung wird empfohlen. Bei einem Milbenfall ab 5 Milben/Tag sollte die Behandlung mit einem Abstand von mindestens 4 Wochen wiederholt werden. Kurzzeitbehandlung für Beuten mit einem Volumen von ca. 60 L Mit einer Kurzzeitbehandlung (Stoßbehandlung) sollen kurzfristig hohe Ameisensäurekonzentrationen in der Stockluft erreicht werden. Pro Zarge werden 40 ml des Tierarzneimittels auf ein Schwammtuch aufgetragen. Das Schwammtuch wird über den Brutwaben platziert. Die Verdunstung der Ameisensäure erfolgt innerhalb von 4 - 8 Stunden. Die Behandlung ist 4 bis maximal 5-mal mit einem Abstand von jeweils 7 Tagen zu wiederholen. Das Schwammtuch sollte unmittelbar nach der Behandlung ausgewaschen und getrocknet werden. Die empfohlene Dosierung geht von einem Zargen-Volumen von ca. 60 L aus. Bei im Verlauf des Behandlungszeitraums zu erwartenden hochsommerlichen Temperaturen sollte der Beginn einer Kurzzeitbehandlung in die kühleren Morgenstunden gelegt werden. Honigproduzenten sollten beachten, dass bestimmte Qualitätsanforderungen für Honig nur einen begrenzten Säuregehalt und keine Geschmacks- oder Geruchabweichungen zulassen. Es wird daher empfohlen, die Behandlung von Wirtschaftsvölkern ohne aufgesetzte Honigräume durchzuführen oder die Behandlung nach der Honigernte auszuführen.
Honig: Null Tage
Die Pharmakokinetik von Ameisensäure bei Honigbienen wurde nicht untersucht. Verteilung und Elimination in der Beute: Nach dem Einbringen der Ameisensäurelösung verdunstet die Ameisensäure. Im gasförmigen Zustand verteilt sich der Wirkstoff in der ganzen Beute und gelangt bis in die gedeckelte Brut. Im Fall einer Langzeitbehandlung mittels einer Verdunstungshilfe baut sich die Ameisensäurekonzentration in der Stockluft langsam auf und bleibt dann idealerweise über mehrere Tage auf einem konstanten Niveau, welches für die Bienen verträglich, aber toxisch für die Milben ist. Im Falle einer Kurzzeitbehandlung fehlt der regulierende Effekt einer Verdunstungshilfe auf die Verdunstungsrate. Es werden über mehrere Stunden vergleichsweise hohe Konzentrationen in der Stockluft erreicht. Die Verdunstungsrate wird u.a. durch die Temperatur im Bienenstock und das Verdunstungssystem beeinflusst. Die Ameisensäure entweicht naturgemäß durch die Öffnungen der Beute. Ein Teil der verabreichten Ameisensäure wird im Honig eingelagert. Ameisensäure kommt bereits natürlicher Weise in der Bienenkolonie vor. Es ist daher davon auszugehen, dass die mit der Behandlung zugeführte Säure den gleichen biochemischen Prozessen unterliegt wie die natürlich vorkommende Ameisensäure.
Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Serumwerk Bernburg AG, Hallesche Landstraße 105 b, 06406 Bernburg, Tel.: +49 (0)3471 860 4300
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