Jungimker werden: Der große Start in die Imkerei
Der Einstieg in die Imkerei ist für viele Menschen mehr als nur ein Hobby – es ist eine Mischung aus Naturverbundenheit, Verantwortung und der Freude, ein faszinierendes Insekt aus nächster Nähe zu erleben. Damit Imker werden möglichst entspannt und erfolgreich gelingt, haben wir die wichtigsten Tipps für Neuimker für den Start mit der Imkerei zusammengestellt.
Warum mit der Imkerei starten?
Die Gründe fürs Imkern sind vielfältig:
- 🌿 Nähe zur Natur und besseres Verständnis für Ökosysteme
- 🌍 Aktiver Beitrag zum Umweltschutz durch Bestäubung
- 🍯 Eigenen, natürlichen Honig ernten, verkaufen und verschenken
- 🧘 Entspannung und guter Ausgleich zum Alltag
- 🛠 Neues Wissen und handwerkliche Fähigkeiten erwerben
- 🤝 Austausch und Unterstützung in Imkervereinen
Wenn dich einer dieser Punkte anspricht, bist du schon auf einem sehr guten Weg, in die faszinierende Welt der Bienen einzutauchen und erfüllst die besten Voraussetzungen ein Imker zu werden.
Inhaltsverzeichnis zum Jungimker-Ratgeber
- Wie starte ich mit der Imkerei?
- Wie viel kostet der Einstieg in die Imkerei?
- Was benötige ich für die Imkerei als Anfänger?
- Welches sind die beliebtesten Rähmchenmaße für Jungimker?
- Welche Beute eignet sich sehr gut für Anfänger?
- Wo stelle ich meinen Bienenstock am besten auf?
- Das erste Bienenjahr – was erwartet ich?
- Häufige Anfängerfehler – und wie du sie vermeiden kannst
- Mit Freude imkern
- Jungimker-Fazit
1. Wie starte ich mit der Imkerei?
Bevor du dein erstes Bienenvolk erwibst, lohnt es sich, Grundlagen aufzubauen und dich mit erfahrenen Imkern auszutauschen:
Grundlagen verstehen
Als Imkeranfänger solltest du zuerst die wichtigsten Themen kennenlernen: den Aufbau eines Bienenvolks, den Jahresrhythmus, typische Krankheiten, verschiedene Beutenformen und das grundlegende Arbeiten am Bienenstand. Gute Einstiegsquellen sind Bücher für Anfänger (siehe hier»), Online‑Videos von Imkervereinen (siehe hier») oder auch einfach Youtube-Videos zum Thema „Imkern für Anfänger“.
Imkerkurs für Anfänger von lokalen Imker-Vereine
Ein Imkerkurs vermittelt dir alles, was du für den Start benötigst – von der Völkerführung über Krankheiten bis hin zur ersten Honigernte. Viele lokale Imkervereine (siehe hier») bieten extra Frühjahrs‑ oder Sommerkurse für Neuimker an.
Austausch mit erfahrenen Imkern aus der Umgebung
Ein Imkerpate oder eine Imkerpatin ist Gold wert. Suche den Kontakt zu einem erfahrenen Imker oder einer Imkerin aus deiner Umgebung. Schon ein bis zwei Besuche am Bienenstand geben dir ein realistisches Gefühl für die Arbeit mit Bienen – viel besser als reine Theorie. Du bekommst wertvolle Praxistipps, erkennst typische Anfängerfehler schneller und fühlst dich sicherer beim Start.
2. Wie viel kostet der Einstieg in die Imkerei?
Um Imker zu werden, benötigst du eine gewisse Grundausstattung – vieles davon hält viele Jahre und lässt sich nach und nach ergänzen. Eine komplette Imkerausstattung liegt üblicherweise im mittleren dreistelligen Bereich. Der später geerntete Honig kann zur Finanzierung des Hobbys beitragen. Üblich sind etwa ca. 7 - 8 € pro 500-g-Glas.
3. Was benötige ich für die Imkerei als Anfänger?
Ein typischer Startumfang beinhaltet folgende Artikel:
- Schutzbekleidung: Imkerschleier, Imkeranzug und Imkerhandschuhe (siehe hier»)
- Imkerwerkzeug: Stockmeißel und Bienenbesen (siehe hier»)
- Imkerpfeife: Bienensmoker und Rauchstoff (siehe hier»)
- Bienenkästen: Bienenbeute aus Holz (siehe hier») oder Beutenmagazin aus Styropor (siehe hier»)
- Rähmchen für Honig- & Brutraum mit passenden Bienenwachsmittelwänden in verschiedenen Rähmchenmaßen, z.B. Zander, Deutsches Normalmaß, Dadant US/Blatt und Langstroth (siehe hier»)
- Weitere Imkerartikel zum Start: Absperrgitter (siehe hier»), Beutenfarbe (siehe hier»), Trafolöter (siehe hier»), etc.
Um dir den Einstieg zu erleichtern, bieten wir geeignete Neuimker Startersets (siehe hier») an, die von vielen Anfänger gewählt werden. Damit stellst du sicher, dass du direkt mit der passenden Imkerausrüstung loslegst.
4. Welches sind die beliebtesten Rähmchenmaße für Jungimker?
Rähmchen sind Holzrahmen, die im Bienenstock hängen. Darin bauen die Bienen ihre Waben, in denen sie Brut aufziehen und Honig einlagern. Die Rähmchen helfen Imkern dabei, die Waben leicht zu entnehmen und den Bienenstock zu kontrollieren. Wenn du gerade mit der Imkerei startest, fragst du dich sicher: Welches Rähmchenmaß soll ich nehmen? Die Auswahl ist groß, doch keine Sorge – viele Imker verwenden nur eine Handvoll Standardmaße. Hier bekommst du eine kurze, klare Orientierung, damit du schnell die richtige Entscheidung für dich treffen kannst.
Die drei beliebtesten und anfängerfreundlichsten Maße im Überblick:
Deutsch Normalmaß – Klassiker und ideal für Einsteiger (siehe hier»)
Deutsch Normalmaß (DNM) gehört zu den am weitesten verbreiteten Rähmchenmaßen in Deutschland. Es ist leicht, handlich und sehr gut für Hobbyimker geeignet. Für Anfänger ist DNM besonders praktisch, weil:
- du überall Zubehör bekommst
- viele Vereine und Kurse dieses Maß nutzen
- die Rähmchen angenehm leicht sind, auch wenn sie voller Honig hängen
Gerade wenn du dir noch nicht sicher bist, wie groß dein Bienenstand einmal werden soll, ist DNM eine sichere, flexible Basis.
Zandermaß – die beliebte „Allround-Lösung“ (siehe hier»)
Zander ist ebenfalls ein Standardmaß und fast genauso häufig genutzt wie DNM. Es bietet etwas größere Wabenflächen, bleibt aber trotzdem leicht zu handhaben. Warum viele Jungimker Zander wählen:
- gutes Mittelmaß zwischen Gewicht und Stabilität
- kompatibel mit vielen Magazinbeuten
- großes Angebot an Rähmchen, Mittelwänden und Zubehör
Wenn du im Kurs oder Verein auf viele Zander-Imker triffst, lohnt es sich, dieses Maß zu übernehmen – so kannst du leichter tauschen und vergleichen.
Dadant – das moderne Maß für starke Völker (siehe hier»)
Dadant (meist Dadant US) wird immer beliebter, besonders für Imker, die später etwas professioneller arbeiten möchten. Hier gibt es ein großes Brutraumrähmchen und kleinere Honigräume, was die Arbeit effizienter macht. Warum es für manche Einsteiger trotzdem sinnvoll ist:
- sehr gute Übersicht im Brutraum
- weniger Brutraumwaben – weniger Aufwand
- ideal für sanfte Betriebsweisen
Dadant erfordert am Anfang etwas Umdenken, ist aber langfristig ein sehr komfortables Maß.
5. Welche Beute eignet sich sehr gut für Anfänger?
Beuten sind die Behausung deiner Bienen! Für Anfänger ist es wichtig, ein Beutensystem zu wählen, das leicht zu handhaben ist, gut erklärt wird und bei Bedarf überall erhältlich ist.
Beutentypen
Die meisten Jungimker entscheiden sich für Magazinbeuten, weil sie modular aufgebaut sind und du sie flexibel erweitern kannst. Du arbeitest hier mit einzelnen Zargen, die du je nach Volksstärke auf‑ oder absetzt – ein übersichtliches System, das dir typische Arbeiten wie Durchsichten, Honigernte oder Varroabehandlung besonders leicht macht. Die Einraumbeute (siehe hier») bietet hingegen einen einzigen großen Raum, der nicht erweitert werden kann und ermöglicht eine ruhige, naturnahe Bienenhaltung ohne wechselnde Honigräume, eignet sich aber eher für erfahrenere Imker, die bewusst langsam arbeiten möchten. Hinterbehandlungsbeuten (siehe hier») werden von hinten bedient, waren früher weit verbreitet, sind heute jedoch eher selten, da ihr Handling mehr Erfahrung benötigt.
Beutenmaße
Sehr verbreitete und für Anfänger besonders geeignete Modelle sind Zander‑ oder Deutsch‑Normalmaß‑Beuten. Sie sind in Deutschland am häufigsten im Einsatz, was dir den Start erleichtert, weil du Rähmchen, Zubehör und Beratung überall erhalten kannst. Außerdem findest du viel Imkerliteratur (siehe hier»), Anleitungen, Videos und Tipps speziell für diese Maße – ein großer Vorteil, wenn du am Anfang noch unsicher bist.
Beutenmaterial
Beuten aus Styropor (siehe hier») sind bei Einsteigern sehr beliebt. Sie sind leicht, gut isoliert und einfach zu reinigen. Wenn du es möglichst pflegeleicht magst, ist dieses Material eine gute Wahl. Beuten aus EPP (siehe hier») sind eine moderne Alternative: Sie müssen nicht gestrichen werden, sind besonders stabil und halten viele Jahre – ideal, wenn du ohne viel Aufwand starten möchtest. Beuten aus Holz (siehe hier») wirken natürlicher und sind robust, brauchen jedoch etwas mehr Pflege und sind etwas schwerer. Dafür passen sie perfekt zu einer naturnahen und nachhaltigen Imkerei, da Holz ein langlebiger, reparierbarer und umweltfreundlicher Rohstoff ist. Nach aktueller EU‑Öko‑Verordnung sind Holzbeuten ausdrücklich für die Bio‑Imkerei zugelassen, da sie aus einem natürlichen, unbehandelbaren und nachhaltigen Material bestehen. Die genauen Anforderungen für Bio-Imkerei hängen aber immer auch vom örtlichen Verband ab und sollte ggf. zusätzlich angefragt werden. Viele Jungimker schätzen außerdem, dass Holz das Klima im Bienenstock auf natürliche Weise reguliert und so den Bienen ein besonders harmonisches Umfeld bietet.
6. Wo stelle ich meinen Bienenstock am besten auf?
Ein guter Bienenstandort ist entscheidend für gesunde Völker und entspanntes Arbeiten.
Achte auf:
- Windgeschützte, sonnige Lage
- Nähe zu Trachtpflanzen (Gärten, Wiesen, Obstbäume in der Umgebung)
- Stabiler Untergrund für die Beutenständer und sicheres Arbeiten
- Ausreichend Abstand zu Wegen und Nachbarn
7. Das erste Bienenjahr – was erwartet mich?
Im ersten Jahr lernst du besonders viel und schnell. Typische Meilensteine:
- 🌱 Frühling: Aufbau und Kontrolle des Bienenvolkes
- 🐝 Frühsommer: Schwarmzeit – Spannung garantiert!
- ☀ Sommer: Erste Honigernte
- 🍂 Herbst: Einfütterung und Varroabekämpfung
- ❄ Winter: Ruhezeit für Bienen und Bienenwachs-Verarbeitung für Neuimker
8. Häufige Anfängerfehler – und wie du sie vermeiden kannst
Neuimker stehen oft vor denselben Herausforderungen:
- Zu selten oder zu oft ins Volk schauen: Finde eine Balance – Kontrollen sind wichtig, aber zu viel Stress mögen die Bienen nicht.
- Unklare Entscheidungen: Lerne, woran du den Zustand deines Bienenvolkes erkennst (Weiselzellen, Volksstärke, Honig-/Polleneintrag, etc).
- Fehlende Varroabehandlung: Lass dich hier unbedingt anleiten – es ist einer der wichtigsten Punkte im Bienenjahr (siehe hier»).
9. Mit Freude imkern
Vielleicht der wichtigste Punkt: GENIEßE ES!
- Jede Durchsicht,
- jeder Duft aus der Beute,
- jedes Summen beim Öffnen des Volkes,
- jeder Löffel aus dem eigenen Honig
...erinnert daran, warum die Imkerei ein so tolles und einzigartiges Hobby ist.
10. Jungimker Fazit
Der Weg zum Jungimker ist spannend, lehrreich und unglaublich bereichernd. Mit etwas Vorbereitung, den richtigen Materialien und einem guten Netzwerk an erfahrenen Imkern startest du sicher ins erste Bienenjahr.
Wir begleiten dich gern mit hochwertigem Imkereibedarf und hilfreichen Tipps.
Dein Team Holtermann
FAQ - Weitere häufig gestellte Fragen von Jungimkern
Bienen stechen zur Verteidigung – nicht aus Aggression! Am Anfang kann es zu einzelnen Stichen kommen, vor allem während der ersten Durchsichten. Mit ruhigen Bewegungen, besserer Einschätzung der Bienenstimmung, guter Schutzkleidung und etwas Erfahrung werden Stiche aber schnell seltener. Viele Imker sagen sogar: "Im ersten Jahr ein paar Stiche – im zweiten Jahr fast keine mehr."
Holtermann Praxis-Tipp: Vor der Arbeit am Bienenvolk solltest du auf Parfüm, stark riechende Deos, Haarsprays oder intensiv parfümierte Shampoos verzichten. Solche Düfte wirken auf Bienen oft ungewohnt oder sogar störend und können sie unnötig unruhig machen. Es gibt Bienenschutzcremes und Öle die Bienen beruhigen und sogar Stiche linder können (siehe hier»).
Für den Beginn empfehlen viele Imker 2 – 3 Bienenvölker. So kannst du ihre Entwicklung besser vergleichen und bei Bedarf ausgleichen. Du bekommst Völker in der Regel über lokale Imkervereine, regionale Imkereien oder erfahrene Imker aus deiner Umgebung, oft als Ableger im Frühjahr oder Frühsommer.
Nein, Bienen darf man nicht überall aufstellen. Der Standort muss ausreichend Abstand zu Wegen, Nachbarn und öffentlichen Bereichen haben und sicher erreichbar sein. In vielen Regionen gibt es außerdem Meldepflichten beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse. Am besten klärst du den Standort mit deinem Imkerverein und dem Grundstückseigentümer ab, bevor du deine Beuten aufstellst. Auf dem eigenen Grundstück ist imkern erlaubt, aber nicht grenzenlos. Du musst Meldepflichten erfüllen, solltest Rücksicht auf Nachbarn nehmen und kommunale Regeln beachten.
Ja, du kannst grundsätzlich ohne formale Ausbildung mit der Imkerei beginnen. Eine offizielle Berufsausbildung ist für Hobbyimker nicht vorgeschrieben. Dennoch empfehlen wir dir, vor dem Start einen Anfängerkurs im Imkerverein zu besuchen oder dir einen erfahrenen Imker an die Seite zu holen. So lernst du wichtige Grundlagen zu Bienenhaltung, Gesundheit, Jahresablauf und rechtlichen Vorgaben – und machst dir den Einstieg deutlich leichter und sicherer für deine Bienen.